Haftpflichtversicherung als Kundenvorteil

Durch eine umfassende Haftpflichtversicherung geschützt zu sein, das ist für IT-Unternehmen auch ein Marketing-Argument. Für den Kunden ist es schließlich ein greifbarer Vorteil, wenn er im Falle eines Falles nicht auf seinem Vermögensschaden sitzen bleibt.

Es erfordert sicher Fingerspitzengefühl, die Haftpflichtversicherung als Argument zu vermitteln. Als IT-Dienstleister oder -Hersteller wollen Sie mögliche Kunden nicht aktiv dazu bringen, über all das nachzudenken, was schief gehen könnte. Der Hinweis taugt nicht für einen offensiven Umgang.

Aber Sie können damit wirkungsvoll parieren, wenn der Kunde von sich aus mögliche Fehler, Ausfälle, Beanstandungen oder Mängel anspricht. „Und was ist, wenn der Shopanbindung doch einmal ausfällt? Dann fällt ja sofort der ganze Umsatz weg.” Nun werden Sie – oder Ihre Vertriebler – vermutlich das Qualitätsmanagement, die Sicherheits-Policies und das Handling von Reklamations- und Kulanzfällen erläutern. Aber erst das Schlussargument „… und selbstverständlich sind wir außerdem umfassend haftpflichtversichert, unsere Vermögensschadenhaftpflicht hat eine Deckungssumme von … Euro.” macht die Antwort rund. Damit zeigen Sie, dass Sie wirklich professionell aufgestellt sind.

Angenommen, Sie müssten sich operieren lassen: Dann denken Sie bestimmt nicht gerne daran, dass die OP auch schiefgehen könnte. Hauptsache ist doch, dass der Operateur ein erfahrener Spezialist ist. Wenn er jedoch zusätzlich zu seiner Erfahrung auch über eine Haftpflichtversicherung mit hoher Deckungssumme verfügt, das spricht doch nicht gegen ihn, oder? Eher im Gegenteil.

Nicht ausreichend versichert? Geschäftsführer haften auch persönlich.

Als GmbH-Geschäftsführer hat man einen recht riskanten Job – das ist den meisten Geschäftsführern durchaus klar. Zahlungsunfähigkeit nicht rechtzeitig erkannt? Steuer- oder Sozialversicherungsschulden? Schon können Sie ganz schnell persönlich „dran” sein.

Weniger bekannt ist: Der Geschäftsführer haftet auch für mangelnde Risikovorsorge. Das fällt bei IT-Unternehmen besonders in Gewicht.

Datenverlust bei der von Ihnen erstellten Datenbank? Schadsoftware in dem von Ihrem Unternehmen betreuten System? Verlust von Nutzerdaten beim Kunden? Ein Softwarefehler führt zu Personenschäden? Die Folge in jedem dieser Fälle: Der Kunde verlangt Schadenersatz – auch für die Folgeschäden wie Umsatzausfall etc.

Sie müssen dann nachweisen können, dass Sie …

  1. sich um Vorsorgemaßnahmen wie Datensicherung etc. gekümmert haben, z. B. durch sorgfältig archivierte Protokolle und Anweisungen.
  2. das Nötige getan haben, um die Folgen absehbarer Risiken für Ihr Unternehmen aufzufangen – z. B. durch Versicherungen.

Sonst steht ganz schnell die Frage nach Ihrer persönlichen Haftung im Raum.

Ein guter Grund, sich persönlich darum zu kümmern, dass Ihr Unternehmen die richtigen Versicherungspolicen hat. Ein noch besserer Grund, dafür zu sorgen, dass Sie selbst abgesichert sind – durch eine gute Berufshaftpflichtversicherung oder eine angemessene D&O-Police (Directors- and Officers- bzw. Manager-Haftpflichtversicherung).